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Praktische Tätigkeit- Erfahrungen und Vorgaben
Verfasst am: 19. 02. 2013 [07:45]
lisa12
Themenersteller
Dabei seit: 19.02.2013
Beiträge: 24
Guten Morgen an alle,
seit kurzem absolviere ich die KJP Ausbildung in Bayern. Vor etwa zwei Monaten habe ich mein Praktikum in der Praxis eines Kinderpsychiaters begonnen. Nun würde mich interessieren, was wir als PIAs eigentlich alles selbstständig tun dürfen/müssen. Das scheint mir von Praktikumsstelle zu Praktikumsstelle sehr unterschiedlich zu sein. Was habt ihr bisher so für Erfahrungen im Praktikum gemacht?
Kann ich meine 1800 P.stunden (sofern ich die Vorgaben für Klinik-/Praxisanteil einhalte) eigentlich beliebig aufteilen oder muss ich in einer Einrichtung mindestens 600 Stunden ableisten?
Über Antworten würde ich mich sehr freuen und wünsche euch allen einen schönen Tag!
Liebe Grüße,
Lisa
 
Verfasst am: 19. 02. 2013 [11:54]
frank.mutert
Dabei seit: 12.01.2011
Beiträge: 82
Hallo Lisa,

beliebig aufteilen geht nicht, im Gesetz steht dazu:

"...daß die praktische Tätigkeit für die Dauer von mindestens einem Jahr in Abschnitten von mindestens drei Monaten an einer psychiatrischen klinischen, bei der kinder- und jugendlichenpsychotherapeutischen Ausbildung bis zur Dauer von sechs Monaten an einer psychiatrischen ambulanten Einrichtung, an der jeweils psychotherapeutische Behandlungen durchgeführt werden, und für mindestens sechs Monate an einer von einem Sozialversicherungsträger anerkannten Einrichtung der psychotherapeutischen oder psychosomatischen Versorgung, in der Praxis eines Arztes, der die psychotherapeutische Behandlung durchführen darf, oder eines Psychologischen Psychotherapeuten oder eines Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten abzuleisten ist und unter fachkundiger Anleitung und Aufsicht steht..."

Also mindestens Blöcke von 3 Monaten.

Auch muss fachkundige Aufsicht und Anleitung gegeben sein.

Herzliche Grüße

Frank


Dipl.-Psych. Frank Mutert
Psychologischer Psychotherapeut
Landsberger Str. 497
81241 München
Tel.:089/88952210
 
Verfasst am: 20. 02. 2013 [07:31]
lisa12
Themenersteller
Dabei seit: 19.02.2013
Beiträge: 24
Guten Morgen,

danke für die schnelle und präzise Antwort. Also wäre es beispielsweise in Ordnung, wenn ich bei dem Psychiater 400 Stunden absolviere (über die Dauer von mehr als 3 Monaten), dann zu einem Therapeuten gehe und die 600 Stunden absolviere und den Rest in einer Klinik mache, jeweils immer 3 Monate oder länger. Der ausschlaggebende Punkt sind die 3 Monate oder länger und die fachliche Anleitung, habe ich das richtig verstanden?

Liebe Grüße,
Lisa
 
Verfasst am: 22. 02. 2013 [08:57]
licht
Dabei seit: 23.03.2011
Beiträge: 27
Korrekt.
(Wenn es sich bei den 400h um einen Teil der 1200h Psychiatrie handelt, die 600h die geplante "Psychosomatik" ist und die restlichen 800h dann Psychiatrie unter voller Weiterbildungsbefugnis in der Klinik)

Anderes formuliert: das Landesprüfungsamt (LPA) erkennt Dir 20h in drei Monaten an, aber es macht Dir Schwierigkeiten bei 400h in zwei Monaten, drei Wochen und 4 Tagen . . . . nicht fragen, das ist nicht inhaltlich zu begründen, das ist eine Verwaltungsvorschrift und der Beamte am LPA exekutiert die dann auch, der denkt da nicht drüber nach icon_lol.gif
 
Verfasst am: 22. 02. 2013 [17:47]
lisa12
Themenersteller
Dabei seit: 19.02.2013
Beiträge: 24
Genau das wollte ich wissen icon_smile.gif Vielen lieben Dank, das hilft mir sehr weiter.
Ich wünsche allen ein schönes Wochenende!
Grüße, Lisa
 
Verfasst am: 06. 03. 2013 [07:55]
lisa12
Themenersteller
Dabei seit: 19.02.2013
Beiträge: 24
Nochmal nachträglich eine Frage zum Thema...

Die 3 Monate sind das entscheidende Kriterium , sowohl bei der Praktischen Tätigkeit 1 (Psychiatrie) als auch bei der Praktischen Tätigkeit 2 (Psychosomatik) oder verhält es sich bei der Psychosomatik anders? Ich würde gerne möglichst viele Bereiche kennen lernen, daher würde ich meine Pr. Tät. 2 gerne aufteilen.

Liebe Grüße,
Lisa
 
Verfasst am: 19. 12. 2019 [14:00]
ronja
Dabei seit: 09.12.2019
Beiträge: 1
Hallo lisa12,
genau das würde ich auch gern machen. Wie gingen deine Bemühungen damals aus?
Meine Frage ganz konkret:
Ich beginne im Januar die 600 Stunden PT2 in einer Suchtklinik. Da ich Vollzeit arbeite wären die Stunden nach 3,75 Monaten abgeleistet. Genügt es demnach 4 Monate zu bleiben oder müssen es 6 sein?
 
Verfasst am: 23. 12. 2019 [19:09]
thobaben
Dabei seit: 09.02.2019
Beiträge: 90
Vgl. PsychTh-APrV
https://www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de/gesundheitspolitik/rechtsquellen/

§ 2 Praktische Tätigkeit
(1) Die praktische Tätigkeit nach § 1 Abs. 3 Satz 1 dient dem Erwerb praktischer Erfahrungen in der Behandlung von Störungen mit Krankheitswert im Sinne des § 1 Abs. 3 Satz 1 des Psychotherapeutengesetzes sowie von Kenntnissen anderer Störungen, bei denen Psychotherapie nicht indiziert ist. Sie steht unter fachkundiger Anleitung und Aufsicht.
(2) Die praktische Tätigkeit umfaßt mindestens 1.800 Stunden und ist in Abschnitten von jeweils mindestens drei Monaten abzuleisten. Hiervon sind

1.
mindestens 1.200 Stunden an einer psychiatrischen klinischen Einrichtung, die im Sinne des ärztlichen Weiterbildungsrechts zur Weiterbildung für Psychiatrie und Psychotherapie zugelassen ist oder die von der nach § 10 Abs. 4 Psychotherapeutengesetz zuständigen Behörde als gleichwertige Einrichtung zugelassen wird, und
2.
mindestens 600 Stunden an einer von einem Sozialversicherungsträger anerkannten Einrichtung der psychotherapeutischen oder psychosomatischen Versorgung, in der Praxis eines Arztes mit einer ärztlichen Weiterbildung in der Psychotherapie oder eines Psychologischen Psychotherapeuten

zu erbringen.
(3) Während der praktischen Tätigkeit in der psychiatrischen klinischen Einrichtung ist der Ausbildungsteilnehmer jeweils über einen längeren Zeitraum an der Diagnostik und der Behandlung von mindestens 30 Patienten zu beteiligen. Bei mindestens vier dieser Patienten müssen die Familie oder andere Sozialpartner des Patienten in das Behandlungskonzept einbezogen sein. Der Ausbildungsteilnehmer hat dabei Kenntnisse und Erfahrungen über die akute, abklingende und chronifizierte Symptomatik unterschiedlicher psychiatrischer Erkrankungen zu erwerben sowie die Patientenbehandlungen fallbezogen und unter Angabe von Umfang und Dauer zu dokumentieren.
 
Verfasst am: 07. 01. 2020 [19:14]
zora
Dabei seit: 29.05.2017
Beiträge: 18
Hallo an alle,
einige Aspekte zusätzlich zum gesetzlichen Rahmen:
meiner Erfahrung nach hat es auch sein Gutes, nicht zu viel zu splitten. Ich habe das zweite halbe Jahr viel entspannter erlebt als das erste halbe Jahr bei meinem PT1 auf einer gemischten Station in der KJP. Und habe sehr unterschiedliche Patienten und Aufgaben zugeteilt bekommen, aber es gilt ja auch die Menschen und Strukturen in der Klinik kennen zu lernen und sich gut eingearbeitet zu fühlen.
Im Gegenzug habe ich bei Kolleginnen mitbekommen, dass es manchmal gar nicht so einfach ist, noch mal eine Stelle für einige Monate zu bekommen, weil manche Kliniken lieber für ein komplettes halbes oder ganzes Jahr einstellen wollen, damit sie nach der Einarbeitung auch noch was von der PiA haben.
Hoffentlich gute Rahmenbedingungen an alle, die das praktische Jahr noch vor sich haben! icon_smile.gif
 



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