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Forum » Ausbildung » Ablauf
 
PT1&PT2 gleichzeitig?
Verfasst am: 20. 12. 2015 [20:39]
inez
Themenersteller
Dabei seit: 13.05.2014
Beiträge: 2
Hallo!
Ist es möglich das PT1 und das PT2 gleichzeitig abzuleisten?
Also kann ich zB 3 Tage die Woche in einer Psychiatrie im PT1 arbeiten und 2 Tage die Woche in einer Praxis das PT2 machen?
Ich möchte mir keinen Ärger mit der Anerkennung und dem Lageso machen und würde mich freuen, wenn jemand Bescheid weiß.
Viele Grüße!
 
Verfasst am: 24. 11. 2016 [20:02]
nepa
Dabei seit: 24.11.2016
Beiträge: 1
Genau die Frage stelle ich mir auch gerade. Mein Institut meint, das würde geändert werden (?) und dann geht es nicht mehr. Bei der Klinik wollte ich aber in VL beide PT in einem Jahr machen, für die offenbar ganz normal. Weiß da jemand mehr zu?
 
Verfasst am: 29. 11. 2016 [13:37]
s.huebner
Moderator
Dabei seit: 26.10.2013
Beiträge: 121
Hallo,

die gesetzliche Grundlage ist folgende:
http://www.gesetze-im-internet.de/psychth-aprv/__2.html

In Berlin ist es so, dass die PT I mind. ein Jahr gehen muss und die PT II mind. 6 Mo. Wenn man es also in einem Rutsch an einer Klinik machen möchte, was durchaus geht, dann braucht man insges. 1,5 Jahre.
In welcher Zeit man die PT I + II ableisten muss, ist jedoch je nach Bundesland unterschiedlich geregelt.
Daher am besten einfach mal beim zuständigen Prüfungsamt anfragen. Eigentlich müsste es auch das Ausbildungsinstitut wissen.

Viele Grüße

Simone
 
Verfasst am: 01. 12. 2016 [22:29]
sigmund
Dabei seit: 23.07.2013
Beiträge: 104
"s.huebner" schrieb:

Hallo,

die gesetzliche Grundlage ist folgende:
http://www.gesetze-im-internet.de/psychth-aprv/__2.html

In Berlin ist es so, dass die PT I mind. ein Jahr gehen muss und die PT II mind. 6 Mo. Wenn man es also in einem Rutsch an einer Klinik machen möchte, was durchaus geht, dann braucht man insges. 1,5 Jahre.
In welcher Zeit man die PT I + II ableisten muss, ist jedoch je nach Bundesland unterschiedlich geregelt.
Daher am besten einfach mal beim zuständigen Prüfungsamt anfragen. Eigentlich müsste es auch das Ausbildungsinstitut wissen.

Viele Grüße

Simone


Das Verlangen von kalendarischen "Mindestdauern" findet gerade in der zitierten Bestimmung keine Deckung und ist daher illegal. Auch wenn es irgendwann geändert werden sollte, muss es aus grundrechtlicher Sicht so geändert werden, dass es nur für zukünftige PT-Absolventen gilt, oder zumindest mit Übergangsfristen.

Die einzige kalendarische Mindestfrist ist jene von drei Monaten pro Abschnitt. Nur würde man zumindest bei der PT 1 wahrscheinlich an den Folgen des Schlafdefizits sterben, wenn man sie in drei Monaten ableisten will.
 
Verfasst am: 07. 05. 2017 [11:22]
marcel_h
Dabei seit: 29.11.2014
Beiträge: 26
"sigmund" schrieb:

"s.huebner" schrieb:

Hallo,

die gesetzliche Grundlage ist folgende:
http://www.gesetze-im-internet.de/psychth-aprv/__2.html

[...]

Viele Grüße

Simone


Das Verlangen von kalendarischen "Mindestdauern" findet gerade in der zitierten Bestimmung keine Deckung und ist daher illegal. Auch wenn es irgendwann geändert werden sollte, muss es aus grundrechtlicher Sicht so geändert werden, dass es nur für zukünftige PT-Absolventen gilt, oder zumindest mit Übergangsfristen.

Die einzige kalendarische Mindestfrist ist jene von drei Monaten pro Abschnitt. Nur würde man zumindest bei der PT 1 wahrscheinlich an den Folgen des Schlafdefizits sterben, wenn man sie in drei Monaten ableisten will.


Da habe ich andere Interpretationen mitbekommen. So war mein letzter Stand etwa, dass das Landesprüfungsamt Rheinland-Pfalz etwa definitiv darauf achtet, dass mindestens 12 Monate für PT 1 und 6 Monate für PT 2 absolviert wurden.

Grundlage hierfür ist aus §8 des PsychThG (https://www.gesetze-im-internet.de/psychthg/__8.html) der Satz: "...praktische Tätigkeit für die Dauer von mindestens einem Jahr in Abschnitten von mindestens drei Monaten...".

Nach (nicht nur meinem Verständnis) müssen die Bestätigungen der praktischen Tätigkeit - die ja durch die Klinik ausgestellt werden - auf sowohl 12 Monate, als auch 1200 Stunden herauslaufen um diesem Passus genüge zu tun.

Keine Aussage findet dazu statt, ob die Tätigkeiten sich überschneiden dürfen. Hier würde ich - aus Erfahrung und Gesetzestext - sagen: Solange die Mindestdauern (Monate und Stunden) eingehalten werden, ist es egal wann was stattgefunden hat.

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 07.05.2017 um 11:24.]
 
Verfasst am: 07. 05. 2017 [15:19]
sigmund
Dabei seit: 23.07.2013
Beiträge: 104
Das sieht sogar die nicht gerade liberale bayerische Prüfungsbehörde anders:

"Nach einer Mitteilung unserer Prüfungsbehörde (damals die Regierung von Unterfranken, jetzt: Oberbayern) können in Bayern die 1200 Stunden Psychiatriezeit (PT1) nun wieder in 8 Monaten, bzw. die 600 Stunden Psychosomatik (PT2) in 4 Monaten absolviert werden."

(aus den FAQ des www.ivs-nuernberg.de)

Viel schneller geht es, wie ich bereits gesagt habe, ja schon rein physisch nicht.

Gesetze kann man nicht einfach wie einen Zeitungsartikel oder ein Buch lesen. Das juristische Studium dauert lange, ist sehr anspruchsvoll, und das hat schon seinen Grund.

Von einer Interessensvertretung würde ich mir zumindest soviel Konfliktbereitschaft erwarten, die Dinge zu hinterfragen als den restriktivsten und von massiven finanziellen Eigeninteressen gelenkten Institutssermon als eigene Meinung wiederzugeben. Von der Entwicklung und (politischer und juristischer) Durchsetzung fundierter Gegenpositionen, die ausschließlich die eigene vertretene Gruppe fördern und so zum Interessensausgleich beitragen, rede ich dabei noch gar nicht.
 
Verfasst am: 07. 05. 2017 [15:58]
marcel_h
Dabei seit: 29.11.2014
Beiträge: 26
Eben weil das Studium so anspruchsvoll ist berufe ich mich in meiner Argumentation nun auf einen Juristen:

Ich habe im Kommentar zum PsychThG von Dr. Dr. Günter Jerouschek (Uni Jena) aus dem Jahr 2004 nachgesehen. Zum fraglichen Paragraphen 8 des PsychThG 1 schreibt dieser:

"...in beiden Ausbildungszweigen dauert die zu absolvierende praktische Tätigkeit mindestens 18 Monate, wovon mindestens sechs Monate an einer von einem Sozialversicherungsträger anerkannten Einrichtung der psychotherapeutischen oder psychosomatischen Versorgung [...] zu erbringen sind. Weitere mindestens zwölft Monate - da das "und" in § 8 Abs. 3 Nr. 3 kumulativ zu lesen ist - sind in jeweils mindestens Drei-Monats-Abschnitten an einer psychiatrisch klinischen Einrichtung ab zu leisten." (Jerouscheck, 2004, Seite 61, hervorhebung durch mich)

Quelle:
Jerouschek G. (2004), PsychThG Psychotherapeutengesetz Kommentar, Cerlag C.H. Beck: München, ISBN 3 406 502 091

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 07.05.2017 um 16:01.]
 



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