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Forum » Ausbildung » Ablauf
 
Ausfallhonorar
Verfasst am: 21. 10. 2016 [18:13]
maggies
Themenersteller
Dabei seit: 11.09.2016
Beiträge: 6
Guten Abend,
Ich beginne demnächst mit meiner AMbulanzzeit im Rahmen der KJP-Ausbildung und wir werden ermutigt, ein Ausfallhonorar einzufordern, wenn die Patienten ganz kurzfristig absagen. ICh suche noch nach einer guten Formulierung, um dies bei Besprechung der Behandlungsvereinbarung zu erklären.
Wie erklärt ihr euren Patienten das Ausfallhonorar, falls ihr eines beansprucht?
liebe Grüße
Margot
 
Verfasst am: 07. 05. 2017 [11:29]
marcel_h
Dabei seit: 29.11.2014
Beiträge: 26
Ich muss ganz offen sagen: Ich habe es nie erklärt. Wir haben einen Musterbehandlungsvertrag vom Institut, darin ist der Passus "Sonstige Vereinbarungen" mit Freitext.

Dort habe ich eingetragen: "Bei Absage von weniger als 12 Stunden vor dem Termin wird ein Ausfallhonorar von 50€ fällig".

Diesen Vertrag lege ich dem Patienten vor, gehe ihn durch und lasse ihn unterschreiben. Wenn das Gespräch auf das Ausfallhonorar kommen würde - was bisher (12 Patienten) nie (!) geschah, würde ich dies glaube ich über Fahrtkosten, Zeitaufwand und Verwaltungsaufwand begründen.

Aber wie gesagt, weniger ist mehr. Man muss sich mal überlegen wieviel wir bei anderen Dienstleistungen hinnehmen, etwa bei Mietwägen oder ähnlichem, ohne es erklärt zu bekommen. icon_wink.gif
 
Verfasst am: 07. 06. 2017 [01:17]
kasi
Dabei seit: 07.06.2017
Beiträge: 1
"marcel_h" schrieb:

Ich muss ganz offen sagen: Ich habe es nie erklärt. Wir haben einen Musterbehandlungsvertrag vom Institut, darin ist der Passus "Sonstige Vereinbarungen" mit Freitext.

Dort habe ich eingetragen: "Bei Absage von weniger als 12 Stunden vor dem Termin wird ein Ausfallhonorar von 50€ fällig".

Diesen Vertrag lege ich dem Patienten vor, gehe ihn durch und lasse ihn unterschreiben. Wenn das Gespräch auf das Ausfallhonorar kommen würde - was bisher (12 Patienten) nie (!) geschah, würde ich dies glaube ich über Fahrtkosten, Zeitaufwand und Verwaltungsaufwand begründen.

Aber wie gesagt, weniger ist mehr. Man muss sich mal überlegen wieviel wir bei anderen Dienstleistungen hinnehmen, etwa bei Mietwägen oder ähnlichem, ohne es erklärt zu bekommen. icon_wink.gif


Na, das ist ja mal eine transparente und vertrauensvolle Herangehensweise (Ironie!).

Mal ehrlich: du verlangst ein Ausfallhonorar, scheinst aber selbst nicht mal wirklich zu wissen warum eigentlich (anscheinend einfach nur weil du's kannst) und suchst dann im Notfall irgendwelche vorgeschobenen Gründe?

Da kannst du ja echt von Glück reden, dass du bisher nur mit unkritischen PatientInnen zu tun hattest! Es wirkt fast so, als wärst du fest von der blinden Naivität deiner PatientInnen überzeugt und würdest auf diese setzen. Spricht für ein seltsames Verständnis von Therapeuten-Patienten Beziehung.
 
Verfasst am: 30. 06. 2017 [20:40]
trobairitz
Dabei seit: 26.02.2016
Beiträge: 24
Bei uns geben wir zusätzlich zum Vertrag ein entsprechendes Infoblatt mit raus, darauf steht, dass lt. Rechtssprechung das gesamte Honorar in Rechnung gestellt werden kann.dann wird auf den entsprechenden Passus verwiesen. Ich sage dann mündlich dies in die Richtung "Unsere Termine sind verbindlich und ich habe die entsprechende Zeit für Sie/Dich reserviert. sie/du können sich darauf verlassen, dass ich dann nur für dich/Sie da bin. Wenn ich einmal nicht kann, sage ich Dir/Ihnen x Stunden vorher Bescheid. Damit wir optimal arbeiten können, wünsche ich mir von Ihnen/Dir das Gleiche". Dann tragen wir eine vereinbarte Summe ein.ich nehme meist 50€, ausser es spricht Funkel etwas dagegen. Wenn es Fragen gibt, stelle ich klar, dass das nach Abwägung passiert und das es verständlich ist, dass insbesondere Kinder auch mal schnell sehr spontan krank sind und dass wir die Gründe für den Ausfall individuell besprechen. Das unterschreiben wir beide und damit gab es noch nie Probleme. Man kann auch betonen, dass ein individueller Termin auch verlässlich ohne Wartezeit zur immer gleichen Uhrzeit stattfindet. Wichtig ist natürlich auch, dass dann klare Kontaktdaten vorliegen.
 
Verfasst am: 05. 03. 2018 [16:53]
haroldaja
Dabei seit: 05.03.2018
Beiträge: 1
"trobairitz" schrieb:

Bei uns geben wir zusätzlich zum Vertrag ein entsprechendes Infoblatt mit raus, darauf steht, dass lt. Rechtssprechung das gesamte Honorar in Rechnung gestellt werden kann.dann wird auf den entsprechenden Passus verwiesen. Ich sage dann mündlich dies in die Richtung "Unsere Termine sind verbindlich und ich habe die entsprechende Zeit für Sie/Dich reserviert. sie/du können sich darauf verlassen, dass ich dann nur für dich/Sie da bin. Wenn ich einmal nicht kann, sage ich Dir/Ihnen x Stunden vorher Bescheid. Damit wir optimal arbeiten können, wünsche ich mir von Ihnen/Dir das Gleiche". Dann tragen wir eine vereinbarte Summe ein.ich nehme meist 50€, ausser es spricht Funkel etwas dagegen. Wenn es Fragen gibt, stelle ich klar, dass das nach Abwägung passiert und das es verständlich ist, dass insbesondere Kinder auch mal schnell sehr spontan krank sind und dass wir die Gründe für den Ausfall individuell besprechen. Das unterschreiben wir beide und damit gab es noch nie Probleme. Man kann auch betonen, dass ein individueller Termin auch verlässlich ohne Wartezeit zur immer gleichen Uhrzeit stattfindet. Wichtig ist natürlich auch, dass dann klare Kontaktdaten vorliegen.


Ganz interessant zu sehen mit welcher geschäftstüchtigen, neoliberalen Kälte die sich einige sonst so empathisch gebenden Therapeutinnen zeigen, sobald es um deren Geld geht. Kein Wunder dass viele Klienten/innen Schwierigkeiten haben die therapeutische Beziehung als authentisch wahrzunehmen.
 
Verfasst am: 31. 01. 2020 [17:48]
nordlicht2019
Dabei seit: 11.11.2019
Beiträge: 6
"maggies" schrieb:

"Guten Abend,
Ich beginne demnächst mit meiner AMbulanzzeit im Rahmen der KJP-Ausbildung und wir werden ermutigt, ein Ausfallhonorar einzufordern, wenn die Patienten ganz kurzfristig absagen. ICh suche noch nach einer guten Formulierung, um dies bei Besprechung der Behandlungsvereinbarung zu erklären.
Wie erklärt ihr euren Patienten das Ausfallhonorar, falls ihr eines beansprucht?
liebe Grüße
Margot "


Vorweg: Es hat noch keiner der Patienten gefragt, leider musste ich es schon zweimal einfordern (innerhalb 1 Jahr). Aufgrund der Vorbesprechnung der Rahmenbedingungen gleich im Erstgespräch gab es keine Diskussionen. Da hätte ich mich eher unglaubwürdig gemacht, wenn keine Konsequenzen gefolgt wären.

Im Erstgespräch erkläre ich alle Rahmenbedingungen, weise auch noch auf das Ausfallhonorar und die Frist (bei uns 24h) hin. Der Patient hat es auch nochmal extra auf seinem Merkblatt stehen.

Mögliche Begründungen:

1. kurzfristig ist kein anderes Gespräch planbar = Verdienstausfall seitens des Therapeuten (+ Fahrkosten, Verwaltung etc.)

2. Einhaltung von Rahmenbedingungen und gegenseitige Wertschätzung bzw. Wertschätzung der Zeit. Es ist ja auch eine Dienstleistung, die wir erbringen, auch wenn durch die Therapiebeziehung es für den Patienten sicher auch sehr "nah" werden kann. Und dazu gehören eben auch Konsequenzen, die auf Handlungen folgen sollten.

In der "Praxis" werden wir dazu ermutigt, selbstbewusst aber transparent mit dem Ausfallhonorar umzugehen. Mein Institut schreibt mir nicht vor, was ich tue. In Ausnahmefällen (wegen Unfall mit RTW) oder bei prekären finanziellen Lagen (Hartz 4 mit 2 Kleinkindern) kann ich das Honorar senken (was ich auch gemacht habe). Es geht vor allem um die Konsequenz und Glaubwürdigkeit dahinter. Es ist auch auf der Beziehungsebene interessant, was sich dann tut (oder auch nicht).





[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 31.01.2020 um 17:51.]
 
Verfasst am: 31. 01. 2020 [18:19]
nordlicht2019
Dabei seit: 11.11.2019
Beiträge: 6
"haroldaja" schrieb:

Ganz interessant zu sehen mit welcher geschäftstüchtigen, neoliberalen Kälte die sich einige sonst so empathisch gebenden Therapeutinnen zeigen, sobald es um deren Geld geht. Kein Wunder dass viele Klienten/innen Schwierigkeiten haben die therapeutische Beziehung als authentisch wahrzunehmen.

1. Inwiefern ist es authentisch, zu verleugnen, dass man Kosten/Aufwand hatte?

2. Wenn der Therapeut seine Kosten/Aufwand verleugnet und Selbstausbeutung betreibt, inwiefern soll er dann ein Vorbild für die Patient*innen sein, wo es ja auch oft um Selbstfürsorge, eigene Grenzen, Verlässlichkeit in Beziehungen, Konflikte aushalten bzw. gestalten usw, geht.


Ich finde, gerade die aktuelle PiA-Generation mit ihren prekären finanziellen Verhältnissen (Stichwort unbezahltes PT 1) kann sich "Geschäftstüchtigkeit" eher nicht vorwerfen lassen.
 
Verfasst am: 01. 02. 2020 [09:48]
thobaben
Dabei seit: 09.02.2019
Beiträge: 111
Ich verstehe Ausfallhonorar auch als Aufgabe, um zu einem
"Interessenausgleich" zu kommen.
- Total wichtig dabei ist dabei m.E. Transparenz und Klarheit
von Anfang an. Also schriftlicher Therapievertrag o.ä..
- In ökonomisch besonders schwierigen Situationen kann man eine machbare Lösung finden, z.B. Einkommensabhängige Selbstveranschlagung zwischen 10-60 €.
- Es wird nicht das gesamte versäumte Honorar, sondern nur ein Teil erhoben.
- Wer rechtzeitig absagt, zahlt nicht.



Wer sich für die rechtliche Seite des Ausfallhonorers interessiert, findet hier eine differenzierte Erörterung:

http://www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de/index.php?eID=dumpFile&t=f&f=750&token=13f93b6abb057af4a27fbaa88ad390427eea643a
 



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