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Zeitbedarf: 4400h realistisch oder zu knapp bemessen?
Verfasst am: 10. 12. 2018 [16:08]
semmler
Themenersteller
Dabei seit: 10.12.2018
Beiträge: 1
Hallo,

ich habe mich etwas genauer mit den verschiedenen Ausbildungsinstituten und einer praktischen Umsetzung/ Finanzierung beschäftigt.

Es geht mir hier vorrangig um die zeitliche Machbarkeit der Ausbildung.

Wenn man 4400h auf 4 Jahre verteilt sind das 1100h p.a.. Bei konservativ 5 Arbeitstagen pro Woche abzüglich Urlaub und Krankheit käme ich auf 240 Arbeitstage netto die für Arbeit von Mo-Fr zur Verfügung stehen. 240*8 Stunden pro Arbeitstag wären immer noch verfügbare 1920 Arbeitstunden p.a. Hätte man also immer noch Zeit für einen knappen TZ-Job.
Das klingt machbar. Entspricht das der Realität?

Wenn ich davon ausgehe, dass ich als Familienvater (50) mit 2 Kindern einen grundlegenden familiär-finanziellen Versorgungsbedarf habe, dann bräuchte ich neben der Ausbildung (4 Jahre) einen TZ Job um die 50%.

Wie sieht es - diese Annahmen unterstellt - nun mit der zeitlichen Umsetzung und den verbleibenden Zeit-Ressourcen aus?
Was ich höre, hört sich eher anders an:
"Bei 15-20 Theorie-Wochenenden in den ersten beiden Ausbildungsjahren kommen oft noch weitere WE und Arbeitszeiten am WE dazu, um diverse Schreibarbeit aus der Woche zu erledigen. Zeit für die Familie bleibt kaum."
Aus einer Klinik: "Unsere PiAs gehen im dritten Ausbildungsjahr ganz schön auf dem Zahnfleisch"
"Diese Ausbildung macht man besser ohne Kinder und noch wenn man jung ist."

Meine Frage:
- sind meine o.g. Zeitannahmen basierend auf der 4400-Stunden angabe einigermassen realistisch oder deutlich zu optimistisch?
- Kann man davon ausgehen, dass man bei Ausbildung plus bezahltem 50% TZ-Job an Wochenenden noch freie Erholungszeit findet oder sollte man die Wochenenden (zu welchem %-Satz) neben Theorieseminaren auch für Studium und Dokumentation einplanen?

Ich würde sehr gerne noch die Ausbildung machen, aber was zeitlich nicht ginge, geht eben nicht. Deswegen meine genaue Vorüberlegungen-

Was ist Eure Erfahrung?

Ich danke sehr für eine Rückmeldung

Christian Semmler



 
Verfasst am: 15. 12. 2018 [14:10]
trobairitz
Dabei seit: 26.02.2016
Beiträge: 24
Hallo Christian,

Ich kann das jetzt nicht in Stunden bemessen, aber natürlich geht das. Neben jeder theoretischen Überlegung bleibt aber immer, dass es extrem individuell ist, wie man die Belastung erlebt und wie gut man mit der Zeit hinkommt. Wenn man bereit ist, etwas zu pendeln, findet man IMMER auch tariflich bezahlte Stellen, wo man die Klinik-Zeiten absolvieren kann. Es gibt auch Institute, die einen Ausbildungstag in der Woche anbieten, dann wird es an den Wochenenden weniger, aber schränkt natürlich potentiell einen Job ein. Bedenken muss man auch, dass sich gerade die Ambulanzzeit am Anfang nicht minutiös planen lässt. Auch Supervisionsgruppen finden oft abends und so statt. Wenn man die Theorie am Wochenende hat, ist das schon echt ein zeitlicher Einschnitt. Persönlich würde ich eine Stelle suchen, wo du möglichst alles absolvieren kannst und ein Tarifgehalt bekommst. Oft kann man dort auch Ambulanz machen und kann sich das mit seiner Arbeitszeit verteilen. Dafür muss man jedoch oft in ländlichere Kliniken pendeln und gut verhandeln. Habe erst 80% in der Klinik gearbeitet und hatte Fortbildung an dem freien Tag unter der Woche, Wochenenden waren eher selten. Später war ich 60% in der Klinik und habe an den anderen zwei Tagen die Ambulanz gemacht. Supervision war abends unter der Woche. Das geht, erfordert aber Organisation. Zuletzt finde ich, dass man ehrlich seinen eigenen Arbeitsstil hinterfragen sollte: wie leicht fällt mir Schreibarbeit (ist extrem individuell, wie viel man da an Zeit braucht)? Wie perfektionistisch bin ich? Wie ist mein Zeitmanagement? Etc.

Jedes seriöse Institut vermittelt dir Kontakt zu PiA dort, mit denen man sich austauschen kann und die dir konkret darlegen können, wie sie das machen. Bei uns gab es alle Altersgruppen und alle familiären Konstellationen. Alle "älteren" haben gearbeitet. Ich würde Institute aussuchen und mir dort Kontakt geben lassen bzw mit den Institutsleitern sprechen. Ansonsten gibt es auch immer die integrierten Vollzeitausbildungen an Kliniken, die dann für dich eine Option sein könnten.
 
Verfasst am: 25. 12. 2018 [17:14]
padron
Dabei seit: 22.03.2015
Beiträge: 35
Wie schon trobairitz schrieb, wenn du ländlich wohnst, bzw. Pendeln kannst, kommst du auch regulär bezahlten Stellen fürs PT2 finden. Ideal ist eine Klinik mit Psychiatriefortbildungsermächtigung, dann kannst du da 1200h im Normalfall machen ohne auf einen Nebenjob angewiesen zu seien. Dann musst du nur noch 600 PT1 in der Psychiatrie machen wo vollbezahlte Stellen schwerer zu finden sind, aber da könntest du neben einer 75 Prozent Stelle noch den 50 Prozent Nebenjob machen. Ist zwar dann ein stressiges 3/4 Jahr aber je nach Institut und Organisation der Ausbildung machbar. Dann wenn es in die Ambulanz gehst lässt du deinen Nebenjob noch weiterlaufen, je nach Einkünften aus der Ambulanz.
 



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