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Übernahme von Ausbildungsfällen in Private Praxis
Verfasst am: 02. 12. 2019 [23:02]
vanessakreutz
Themenersteller
Dabei seit: 20.08.2019
Beiträge: 6
Hallo liebe Pia-Freunde icon_wink.gif
Ich habe auf einer Infoveranstaltung der Dptv in Köln von einer Kollegin gehört, dass es Recht unproblematisch sei, Ausbildungsfälle in der Privatpraxis weiter zu führen via Kostenerstattung. Hat damit jemand Erfahrung? Gibt es bestimmte Dinge zu beachten? Geht das wirklich so reibungslos?

Herzlichen Dank im Voraus!
Liebe Grüße
Vanessa
 
Verfasst am: 08. 12. 2019 [19:49]
thobaben
Dabei seit: 09.02.2019
Beiträge: 84
Das ist eine ganz klassische Frage für die Privatpraxis-Mailingliste.

Als DPtV-Mitglied einfach abonnieren unter:
- Intern
- Mitgliedsdaten verwalten
- Mailingliste

Vgl. auch das Infoblatt "Privatpraxis und Kostenerstattung" auf
https://www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de/der-verband/lg/bremen/dptv-ansprechpartnerinnen-und-angebote/
 
Verfasst am: 12. 12. 2019 [08:22]
katharsismc
Dabei seit: 11.05.2019
Beiträge: 1
Hallo Vanessa.
Meine Gratulation zur erhaltenen Approbation.
Die Frage finde ich interessant, da ich gerade selbst damit beschäftigt bin, meine Patienten zu übernehmen. Hast Du denn mittlerweile schon mehr Informationen dazu?

Danke an Sie, Frau Thobaben. Die Sammlung finde ich sehr hilfreich für das gesamte Procedere. Ich habe allerdings nichts zur Überführung von Ausbildungs-Pat. gefunden. Das wird wsl. tatsächlich eine Frage für die Liste werden.

Beste Grüße,
Tobias
 
Verfasst am: 13. 12. 2019 [20:24]
vanessakreutz
Themenersteller
Dabei seit: 20.08.2019
Beiträge: 6
Danke für den Hinweis,
ich habe mich mittlerweile für den Newsletter angemeldet.
Die Formularsammlung kannte ich schon und habe mir einen "Schlachtplan" überlegt:
Ich habe eine Handreichung für meine Patienten angefertigt, in denen Formulierungshilfen und Daten enthalten sind, die meinen Patienten helfen sollen den Anruf beim Versicherer gut zu strukturieren.
Da ich bisher auf meine Approbation wartete (habe sie jetzt endlich) habe ich bisher allerdings noch keinen Patienten das "Go" gegeben.

Um auf deine Frage einzugehen Tobias (danke für die Glückwünsche, die ich gern zurück gebe!):
Leider habe ich noch keine neue Informationen.
Mein bisheriger Wissenstand begründet sich, neben der Anmerkung der im ersten Beitrag wiedergegebenen Information der Kollegin, auf zwei weiteren (aktuelleren) Äußerungen.
Die eine Information ist von einem niedergelassenen Therapeutenkollegen der im Frühjahr dieses Jahres seine Ausbildung beendet hat. Er sagte, er habe von den Kassen keine Zusage bekommen, durfte aber über die Abrechnungserlaubnis seines Ausbildungsinstituts weiter mit den Patienten in eigener Praxis arbeiten. Dies sei allerdings nach wie vor mit den üblichen Abgaben verbunden, minus der an einen Lehrpraxisinhaber (weil er ja eigene Räume benutzt).
Die zweite Information ist von der Lehrpraxisinhaberin mit der ich über mein Vorhaben sprach. Sie sagte, die aktuelle Lage der Kostenerstattung habe sich in diesem Jahr sehr verändert und sie befürchtet, es würde von den Kassen nicht mehr übernommen. Deshalb dürfte ich die Patienten weiterhin in ihrer Praxis sehen und über sie (bzw. das Ausbidlungsinstitut) weiterhin mit der Kasse abrechnen. Mein Ausbildungsinstitut ermöglicht es nicht, dass ich in eigenen Räumen die Therapien durchführe. Ein anderer Lehrpraxisinhaber begründete dies mit "aus versicherungstechnischen Gründen" ginge es nicht.

Eigentlich ist es ja für die Kasse doch egal ob sie das Geld an mich direkt oder an mein Ausbildungsinstitut zahlen. Ich denke wirtschaftlicher ist es alle Male die Therapie von mir weiter führen zu lassen und die Patienten nicht dazu zu drängen, einen neuen Behandler zu suchen. Ob sie bei meinen Versuchen dann aber mit "Untergrabung der Versorgungslage" oder ähnliches argumentieren werde ich hier berichten.

Herzliche Grüße!

 
Verfasst am: 15. 12. 2019 [21:22]
thobaben
Dabei seit: 09.02.2019
Beiträge: 84
Kostenerstattungsanträge sind immer Einzelfallentscheidungen.
Das hängt ab von:
- Patient
- Dringlichkeit
- Kasse
- Sachbearbeiter
- Ort
Um die Wahrscheinlichkeit der Bewilligung abzuschätzen braucht es mehr Infos zum Fall und dann regionale Erfahrungen von Kolleg*innen.

Es kann keine einfache pauschale Antwort zu der Frage geben.
 
Verfasst am: 19. 12. 2019 [21:30]
vanessakreutz
Themenersteller
Dabei seit: 20.08.2019
Beiträge: 6
Liebe Kollegen,
mittlerweile habe ich ein paar neue Informationen:

Eine meiner Patientinnen hat von der pronova BKK am Telefon eine Zusage für die Übernahme inklusive einer Verlängerung (KZT I und II sind jetzt fast durch) bekommen, mit der Begründung, dass es ja Quatsch wäre für sie den Behandler zu wechseln und es das beste für ihre Gesundheit wäre.
Da habe ich nicht schlecht gestaunt und werde es erst glauben, wenn meine Anträge auch durch sind und ich etwas schriftlich habe - ich werde berichten.

Von der BARMER dagegen habe ich von zwei Patienten gehört, dass diese rigoros abgelehnt hätten und jeweils auf mein Ausbildungsinstitut verwiesen haben, über dass die Behandlung ja weiterhin abgerechnet werden könne. Ein Patient bekam sogar zu hören dass es nicht "gesetzes konform" wäre wenn die Kassen nicht zugelassene Therapeuten bezahlen würden.
Mein Plan ist bisher für beide Patienten trotzdem eine schriftliche Anfrage zu stellen um dann ein Schriftstück zu haben, dass man auseinander nehmen kann.

Plan B ist tatsächlich weiter über das Ausbildungsinstitut abzurechen. Dabei bekam ich vom Institut bisher die Information, dass es aus versicherungstechnischen Gründen nicht möglich sei, meine Patienten in eigener Praxis zu behandeln, aber trotzdem noch über das Abrechnungssystem der Lehrpraxen abzurechnen. Von einem Kollegen, der an einem anderen Ausbildungsinstitut ist, weiß ich dass er es aber genau so macht. Gibt es da Erfahrungswerte? Hat jemand eine Idee, welche "versicherungstechnischen Gründe" dem widersprechen könnten? Nach der Ausbildung bin ich ja ohnehin nicht mehr über das Institut berufshaftpflichtversichert.

Herzlichen Dank im Voraus!
 
Verfasst am: 19. 12. 2019 [21:32]
vanessakreutz
Themenersteller
Dabei seit: 20.08.2019
Beiträge: 6
"thobaben" schrieb:

Kostenerstattungsanträge sind immer Einzelfallentscheidungen.
Das hängt ab von:
- Patient
- Dringlichkeit
- Kasse
- Sachbearbeiter
- Ort
Um die Wahrscheinlichkeit der Bewilligung abzuschätzen braucht es mehr Infos zum Fall und dann regionale Erfahrungen von Kolleg*innen.

Es kann keine einfache pauschale Antwort zu der Frage geben.


Um meinen "Fall" zu spezifizieren:
Es geht um die Region Nordrhein bzw. den Standort Köln. Die Kassen sind Barmer (GEK), Pronova BKK, BKK RWE und Techniker Krankenkasse.
Falls Sie dazu Erfahrungswerte bzw. Ansprechpartner beisteuern können, wäre ich sehr dankbar!
 
Verfasst am: 23. 12. 2019 [18:39]
thobaben
Dabei seit: 09.02.2019
Beiträge: 84
Einige Kassen sind großzügig, andere behaupten "Kostenerstattung sei nicht mehr möglich" und die dritte Variante ist streng am Gesetz entlang: Kostenerstattung nur bei nachgewiesenem Systemversagen, vgl. §13, SGB V.

Vgl. Psychotherapie Aktuell 4.2018
https://www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de/informationen/verbandspublikationen/psychotherapie-aktuell/

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 23.12.2019 um 18:53.]
Dateianhang

Privatpraxis und Kostenerstattung-Grundausstattung.pdf (Typ: application/pdf, Größe: 239.16 Kilobyte) — 109 mal heruntergeladen
 
Verfasst am: 23. 06. 2020 [18:59]
vanessakreutz
Themenersteller
Dabei seit: 20.08.2019
Beiträge: 6
Liebe Kollegen,
ein letztes Update:
Ich habe in NRW vier Patientinnen weiter behandeln dürfen,
zwei davon über die Technikerkrankenkasse, eine über die pronova BKK und eine über die BKK RWE.

Mehrfache Widersprüche bei der Barmer GEK waren erfolglos.

Mein Fazit: In NRW kann es sich bei den oben genannten Kassen lohnen die Fortführung über Kostenerstattung anzufragen. Für Patienten die bei der Barmer GEK versichert sind, ist es leider vergebene liebesmüh meiner Erfahrung nach.

Danke an die Kollegen für Ihre Unterstützung im Forum, aber auch über die Mailingliste für Privat/Kostenerstattung.
 



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