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PP Prüfung Herbst 2020 - Anfechtungen?!
Verfasst am: 24. 08. 2020 [19:30]
katjasang
Themenersteller
Dabei seit: 22.08.2020
Beiträge: 17
Super, dass so viele aktiv geworden sind. Ich freue mich!! icon_biggrin.gif

Ich habe auch noch zwei kommentiert, nachdem selbst meine Freundin, die als systemische Beraterin arbeitet, keine Ahnugn hatte, welche Lösungen richtig sind.

Auflage, Tag, Heftnummer: A, 1, 31
Art der Kommentierung: Formal und Inhaltlich
Darstellung:
Bei dieser Frage ist nicht eindeutig zu erkennen, welche Frage des Therapeuten auf eine Landkarte des Patienten über sein Problem abzielt. Sowohl A als auch E kommen in Fragen, da sie beide Hintergründe der aktuellen Konflikte des Patienten beschreiben.
Begündung:
Antwort A bezieht sich auf mögliche sexuelle Erfahrungen mit anderen Männern, die das homosexuelle Empfinden des Mannes stützen / untermauern würden. Hätte er noch gar keine homosexuellen Erfahrungen gemacht, wäre sein Empfinden eher von theoretischer Natur und damit in einem ganz anderen Bedeutungszusammenhang / semantischen Umfeld zu sehen.
Antwort E beschreibt die innerpsychischen Hintergründe, warum ihm seine Neigung bisher unbewust geblieben ist und gerade jetzt ins Bewusstsein drängt. Dies ist auch eine Frage nach den Hintergründen des konkreten Paarkonflikts und damit nach dem semantischen Umfeld, in dem diese Erkenntnis nun steht. Die Landkartenmetapher wird von Hartmann-Kottek auf S. 229 folgendeermaßen beschrieben: "Bedeutsam sind für Fritz Perls ferner die Schriften von Alfred Korzybski (1879–1959). Er arbeitet über die Sprache, über das Verhältnis ihres intellektuellen und ihres emotionalintuitiven Anteils sowie ihres semantischen Umfeldes. Sprechen sei Handeln, und zwar in einem kulturell vorgegebenen Kontext. Von ihm stammt der von Perls vielzitierte Satz: »Die Landkarte ist nicht die Wirklichkeit!«, d. h., die sprachlich gefasste Aussage ist nicht die Ganzheit der Erfahrung. "
Literatur:
Hartmann-Kottel (2012): Gestalttherapie. Berlin, Heidelberg: Springer

Auflage, Tag, Heftnummer: A, 1, 32
Art der Kommentierung: Formal und Inhaltlich
Darstellung:
Es ist nicht eindeutig zu entscheiden, welche der Antwortmöglichkeiten am ehesten zutrifft, da sowohl B als auch D in Frage kommen.
Begündung:
B bezieht sich auf den Konstruktivismus, der Grundlage der Komplexität ist. Nur dadurch, dass Menschen sich ihre subjektive Weltsicht konstruieren und es keine objektive Sicht gibt, werden psychische Prozesse in Systemen so komplex.
Ebenso trifft es zu, dass die Annahme linearer Ursache- und Wirkungszuammenhänge deshalb meist eine unzulässige Verkürzung darstellt, eben WEIL jeder Teil des Systems eine andere Sicht auf Ursache und Wirkung haben wird. Dies zeigt sich auch in der Frage der Interpunktion bei kommunikativen Prozessen. Nach Watzlawick, Beavin und Jackson gilt demnach: "Der Austausch von Mitteilungen erfolgt zirkulär. Jedes Verhalten in einer Interaktion ist sowohl Ursache als auch Wirkung eines Verhaltens beim Kommunikationspartner." (Repetitorium, S. 41).
Literatur:
Kandale & Rugenstein (2017): Das Repetitorium. Berlin: Deutscher Psychologen-Verlag
 
Verfasst am: 24. 08. 2020 [19:39]
cspeth
Dabei seit: 24.10.2017
Beiträge: 16
Auflage, Tag, Heftnummer: A, 1, 33
Art der Kommentierung: Formal und Inhaltlich
Darstellung:
Frage 33 (Auflage A): Hier sind mehrere Antworten korrekt, obwohl es sich um eine Einfachauswahl handelt: A, C, D
Begründung:
(A) ist korrekt. Abwehr ist nach Rogers definiert als „die verhaltensmäßige Reaktion des Organismus auf Bedrohung mit dem Ziel, die gegenwärtige Struktur des Selbst aufrecht zu erhalten. Dies wird angezielt durch die Verzerrung der Erfahrung im Gewahrsein ... oder indem die Erfahrung vor dem Gewahrsein geleugnet wird“ (Rogers, 1959, S. 204 f.)
(C) ist korrekt. Siehe DPGG (Biermann-Ratjen, 2015: S. 2).
(D) ist korrekt. Sie belegt, dass Gesprächspsychotherapeuten häufiger den Begriff „Inkongruenz“ für den Begriff „Abwehr“ verwenden. Die Notwendigkeit dieser Anmerkung ergibt sich aus der hohen Kongruenz beider Begriffe.
Literatur:
Biermann-Ratjen, 2015: Abwehr in der Gesprächspsychotherapie, S.2. http://www.dpgg.de/wp/wp-content/uploads/Biermann-Ratjen-2015-Abwehr-in-der-GPT.pdf
Rogers, C. R. (1987). Eine Theorie der Psychotherapie, der Persönlichkeit und der zwischenmenschlichen Beziehungen. Entwickelt im Rahmen des klientenzentrierten Ansatzes.Köln: GwG
 
Verfasst am: 24. 08. 2020 [19:54]
cspeth
Dabei seit: 24.10.2017
Beiträge: 16
Auflage, Tag, Heftnummer: B, 1, 54
Art der Kommentierung: Formal und Inhaltlich
Darstellung:
Antworten C und E sind korrekt, obwohl nur eine Antwortoption möglich ist.
Begründung:
Die Wunderfrage gehört zu den hypothetischen Fragen und soll nach Warschburger (2009, S. 188) der Identifikation von Ressourcen dienen und Hoffnung generieren. In diesem Kontext kann die Veränderungsbereitschaft der Klientin/des Klienten getestet werden. Außerdem besteht hier ein logisches Problem: Indem Klient/-in und Therapeut/-in gemeinsam ausloten, welche Veränderungen der Symptomatik denkbar sind (E), wird ganz offensichtlich die Veränderungsbereitschaft der Klientin/des Klienten angesprochen.

Literatur:
Warschburger, P. (2009). Beratungspsychologie. Heidelberg: Springer.

Hatte da jetzt auch den Literaturhinweis von weiter oben eingearbeitet - hoffe das ist ok!

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 24.08.2020 um 19:58.]
 



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