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Bundestag verabschiedet Ausbildungsreformgesetz

02.10.2019 11:41

Liebe Junge Psychotherapeut*innen,

aktuell ist so viel los, dass wir noch nicht mal dazu gekommen sind, Euch über die jüngste Entwicklung in Sachen Ausbildungsreform zu informieren. Am 26. September 19 wurde das Reformgesetz im Bundestag mit einigen Änderungsbeschlüssen verabschiedet!

Hier in Kürze einige wichtige neue Beschlüsse:

- Dank dem Engagement zahlreicher PiA und Unterstützer*innen, ihrem öffentlichkeitswirksamen Auftreten und der vielen Gespräch mit Gesundheitspolitiker*innen, ist es tatsächlich gelungen, dass Teile der "PiA-Forderungen" in das Reformgesetz aufgenommen wurden - Hut ab!

Doch was bedeutet das? Wir sind dabei, es genauer zu analysieren.


Erstmal sollen PiA, die nach dem alten System ausgebildet werden, in der Übergangszeit während der praktischen Tätigkeit eine Vergütung von 1.000 Euro erhalten. Dies ist im Vergleich zur heutigen Gesamtsituation auf jeden Fall eine Verbesserung. Aus einer Umfrage, die kürzlich PiA befragte, geht hervor, dass ca. 65 % der PiA von der neuen Regelung profitieren würde. Es bleibt dennoch zu kritisieren, dass dies immer noch keine angemesse Entlohnung bedeutet.  Die Gewerkschaft ver.di wird sich hier sicherlich für adäquate tarifliche Lösungen einsetzen. Es lohnt sich, gemeinsam weiter dran zu bleiben.

- Bisher war im Reformgesetz eine Übergangsfrist von 12 Jahren vorgesehen (bis Herbst 2032). Hinzugekommen ist jetzt die Möglichkeit im Härtefall eine Verlängerung von 3 Jahren zu erwirken (bis Herbst 2035).

- Festgelegt wurde auch, dass die Ausbildungsinstitute in der zukünftigen Weiterbildung mind. 40 % der Behandlungseinnahmen an die Psychotherapeut*innen in Weiterbildung (PiW) abgeben müssen. Ob diese alleinige Regelung eine angemessene Vergütung der PiW sichert, bezweifeln wir jedoch. Erste Berechnungen decken eine Unterfinanzierung auf. Vorschläge für eine über die Behandlungseinnahmen hinausgehende Finanzierung der Weiterbildung, wurden leider von der Politik nicht aufgegriffen. Der Verband setzt sich hier für eine Vergütung der Weiterbildung, möglichst nach Berufsabschluss und tariflichen Regeln ein.

Wie geht es weiter?

Voraussichtlich im November entscheidet der Bundesrat endgültig, ob das Reformgesetz kommt oder nicht. Die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung wird Ihre Forderungen weiterhin in die Politik tragen, so liegt z. B. die dringend notwendige Approbationsordnung noch nicht vor. 

Die DPtV-Pressemitteilung zur Verabschiedung des Reformgesetzes findet Ihr hier. Eine ausführliche Auswertung des Reformgesetzes und der neuen Beschlüsse folgt demnächst.