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Anhörung PiA-Petition und Fachtagung zur Ausbildungsreform – im Zeichen einer guten Reform

04.07.2019 14:21

Der 24.6.19 stand ganz im Zeichen der Reform:

Zunächst gab es im Petitionsausschuss des Bundestages eine Anhörung zur PiA-Petition. Die Psychologie-Fachschaften-Konferenz (PsyFaKo) hatte eine Petition veröffentlicht, in der sie u. a. forderte, für Psychologie-Studierende sowie jetzige PiA, Regelungen zu schaffen, die es ermöglichen in das angedachte zukünftige Ausbildungssystem zu wechseln. Außerdem sei die im Reformgesetzentwurf definierte Übergangszeit von 12 Jahren zu kurz und Härtefälle, wie z. B. Krankheit, im Entwurf nicht berücksichtigt. Auch die bisher noch ungeregelte Finanzierung der Gehälter der zukünftigen Psychotherapeut*innen in Weiterbildung (PiW) konnte thematisiert werden. Es wurde deutlich, dass auch von Seiten der Regierung um faire Lösungen sowohl für PiA als auch für PiW gerungen wird. Dafür wurde die eigentlich für den Juli geplante 2. und 3. Lesung des Reformgesetzentwurfes auf September verschoben, um die noch offenen Punkte, wie z. B. eben die Verfahrensvielfalt im Studium und die Finanzierung der Weiterbildung zum/r (Fach-)Psychotherapeut*in, im Entwurf zu präzisieren und zu verbessern.

Im Anschluss an die Anhörung gab es eine Kundgebung, bei der MdB Dirk Heidenblut von der SPD sich den Fragen der PiA stellte und ihnen seine Unterstützung zusicherte. MdB Maria Klein-Schmeink, Bündnis 90/Die Grünen, konnte nicht an der Kundgebung teilnehmen, richtete den PiA jedoch aus, dass eine Reform der Ausbildung längst überfällig sei und dass sie die PiA bei ihren Forderungen ebenfalls weiterhin unterstütze.

Am Abend des 24.6. fand noch eine verbändeübergreifende Fachtagung zur Novellierung des Psychotherapeutengesetzes statt. In drei Vorträgen wurden verschiedene noch offene Themen im Reformprozess beleuchtet:

Im ersten Vortrag ging Prof. Dr. Cord Benecke, Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Kassel, der Frage nach, ob es wichtig ist, die verschiedenen Psychotherapie-Verfahren im angedachten Psychotherapiestudium zu vermitteln. Er kam zu dem Schluss, dass Verfahrensvielfalt notwendig sei, um Patient*innen eine differenzierte und individuell abgestimmte Behandlung bieten zu können. Nur so könne sichergestellt werden, dass Patient*innen eine angemessene Versorgung erhalten.

Der Justiziar der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung, Dr. Markus Plantholz, stellte in seinem Vortrag ein Konzept zur Finanzierung der ambulanten Weiterbildung zum/r (Fach-)Psychotherapeut*in vor. Um zukünftigen Psychotherapeut*innen in Weiterbildung (PiW) eine ihrer Qualifikation entsprechende Vergütung zahlen zu können, reiche eine Finanzierung über die Behandlungen in den Weiterbildungsambulanzen nicht aus. Es müssten zusätzlich gesetzliche Möglichkeiten einer Förderung verankert werden.

Corinna Schäfer, Leiterin der Abteilung „Evidenzbasierte Medizin und Leitlinien“ des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ), erläuterte im dritten Vortrag, dass Leitlinien nicht dafür geeignet seien, den Umfang oder die Intensität einer Behandlung festzulegen. Dies müsse individuell und fallspezifisch erfolgen. Eine Reglementierung dieser Freiheit in der Behandlung, sei nicht im Sinne der Patient*innen.

In einer Pressemitteilung zur Fachtagung begrüßten die Verbände noch einmal die Reformpläne, machten jedoch auch auf die kritischen und noch offenen Punkte im aktuellen Reformgesetzentwurf aufmerksam.

Gemeinsame PM der Verbände

Vortragsfolien zur Verfahrensvielfalt von Prof. Dr. Cord Benecke

Vortragsfolien zur Finanzierung der Weiterbildung von Dr. Plantholz