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[Artikel: Versorgungswerk | Diskussion ]
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[Bearbeiten]Versorgungswerk

Ein Versorgungswerk, auch Berufsständische Versorgung ist eine auf einer gesetzlichen Pflichtmitgliedschaft beruhende Altersversorgung für kammerfähige freie Berufe (Ärzte, Apotheker, Architekten, Notare, Patentanwälte, Rechtsanwälte, Steuerberater beziehungsweise Steuerbevollmächtigte, Tierärzte, Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer, Zahnärzte sowie Psychologische Psychotherapeuten und Ingenieure). Die berufsständische Versorgung wird durch Versorgungseinrichtungen erbracht. Sie ist stark durch die Selbstverwaltung der betroffenen Berufsstände geprägt und bietet ihren Mitgliedern eine umfassende Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenversorgung.

Es existieren derzeit folgende Versorgungswerke für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (in der Reihenfolge ihrer Gründung bzw. ihres Anschlusses):

  • Psychotherapeutenversorgungswerk (PVW) mit den Kammern Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Rheinland-Pfalz und Hessen,
  • Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg,
  • Bayern unter dem Dach der Bayerischen Versorgungskammer (Bayerische Ingenieurversorgung-Bau mit dem Zusatz „mit Psychotherapeutenversorgung“), An diesem Versorgungswerk hat sich auch das Saarland beteiligt,
  • Schleswig-Holstein.


Die Delegiertenversammlung der Psychotherapeutenkammer Berlin hat sich am 18.03.2004 einstimmig dafür ausgesprochen, sich dem PVW anzuschließen. Ein Passus im Berliner Heilkammergesetz hat diesen Schritt bisher verhindert.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Mitglieder ein Versorgungswerk hat und je mehr Beiträge eingezahlt werden, desto höher ist die prozentuale Rendite. Da außerdem eine umgrenzte Berufsgruppe (z.B. ausschließlich Psychotherapeuten) an der berufsständischen Versorgung teilnehmen, können höhere Renditen mit Banken und Versicherungen ausgehandelt werden. Eine Berufsunfähigkeit o.Ä. ist unwahrscheinlicher als bei anderen Berufsgruppen. Ein Versorgungswerk kann somit sehr viel rentabler wirtschaften als privatwirtschaftliche Lebensversicherer, auch weil keine Abschlusskosten für Provisionen etc. gezahlt werden müssen.

  • Es erfolgt keine Gesundheitsprüfung bei Aufnahme als Mitglied.
  • Der Beitrag orientiert sich am Berufseinkommen und deckt das Berufsunfähigkeitsrisiko sowie die Hinterbliebenenversorgung ohne Zusatzbeitrag mit ab.
  • Ein erhöhtes Risiko führt zu keinem höheren Beitrag - Haftungsausschlüsse für bestimmte Risiken erfolgen nicht (Solidarkomponente).
  • Das Versorgungswerk ist gemeinnützig tätig und verfolgt keinen Erwerbszweck.
  • Die Leistungen des Versorgungswerk werden nicht geschmälert durch Provisionszahlungen, Werbemaßnahmen, interne Abschlusskosten, Steuern (insbes. Körperschaftsteuer), Rückversicherungsbeiträge, Dividenden und Zuführungen zum Eigenkapital.
  • Es besteht ein individueller Gestaltungsspielraum (z.B. Inanspruchnahme eines vorgezogenen Altersruhegeldes, Möglichkeit freiwilliger Mehrzahlungen).
  • Die Rentenleistungen werden lebenslang gezahlt und jährlich entsprechend den Beschlüssen der Delegiertenversammlung dynamisiert, sofern der Kapitalmarkt dies zulässt.
  • Die Vermögensanlage erfolgt im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften zur Erzielung höchstmöglicher Erträge bei größtmöglicher Sicherheit.
  • Das Versorgungswerk unterliegt der staatlichen Rechts- und Versicherungsaufsicht sowie einer jährlichen Wirtschaftsprüfung.




Letzte Änderung: 07.01.2020 16:27 (CID: 576) von nilskoe - HomePage Seite neu laden Bearbeiten Versionen HTML anzeigen